7.3.2003 Kleiner, rabiater, nicht allzu feinfühliger Vulkan, this american-guy. Es war ein Frühlingstag mit Föhn und faserigen Wolkenschliern. Die Vögel flatterten in Scharen über unsere Köpfe, während wir Schlittschuh liefen- es war schön. Die wellige ...
Frühe Diaries, 2002, the meni
9.2.2002 Russische Party bei Gaby. Soviele Männer, wie ich in einem Jahr sehe. Im Schummellicht des Dachstocks, familiär. Russische Band, sentimental, schwermütig. Die russischen Männer dunkel, auratisch. Gabies Anhang: Trainer-Jäcklein-Studenten, lust ...
Frühe Diaries, 2000
10.11.2000 Ein Leben der inneren Bewegung gewidmet muss in der Selbstaufgabe oder dem Irrenhaus enden. Und doch bin ich Minimalist, euphorisiere nur mich selbst. Ein einziger Satz, der mich in Erregung versetzt, weil er vielleicht meinen Nerv getroffen ...
Frühe Diaries, 1999, Ryfflihof
18.4.1999 Ryfflihof. Ich bin anwesend. Ein Mensch, eine Verkäuferin, keine Ahnung. Ich habe eine Kartennummer, gehöre wieder der Welt, leiste einen Dienst. Habe ich ein Gesicht? Habe ich Augen? Niemand hat mich gesehen. Soll ich froh darüber sein? Ich ...
Memory: Tor zum Emmental
Im Oktober vor 30 Jahren war ich mal mit Clara im Kartoffelacker. Der Acker lag am Hang, steil unter dem Bauernhaus, in dem Clara mit ihren Eltern und vier Brüdern wohnte. Claras Bruder Johann trug einen blauen Overall und ging schon mal mit dem Tra ...
Diary, 29.10.2020 (mit einer Szene aus „the Piano“)
In einem Zustand kompletter Besinnungslosigkeit konnte ich zusehen, wie jemand seinen Arm mehrmals nach einer wildfremden Person ausstreckte; ich. Eine Stimme rief, ich hörte es: "Give me your hand, please ... please ... give me your hand .... please ...! ...
Frühe Diaries, 2004
6.9.2004 Cote Bleu. Habe das Meer gesehen. Sein Rauschen; ein dunkler Ton, wie Artillerie, die am Felsen zersprengt. Es war so wild, weit draussen, vielleicht schon zwischen Tunis und Marseille Unwetter. Wind, der die Wellen bis an unsere kle ...
Frühe Diarys, 2004
26.7.2004 Die kleine Irakerin spielt Coiffeuse meinem Haar. Über ihre Lippen huscht ein geheimnisvoller Sermon. Ihre kleine Welt. Ihre riesige kleine Welt, versponnen in meinem Haar. (Schnuppern im Tscharnergut in der Kita)
Frühe Diarys, Olympiastadion Berlin, 1998
Olympiastadion Berlin, 1998 Schatten fällt auf die Stiegen, welche an den Himmel grenzen. Die Plätze, braune Plastikbänke, die von weiten wirken wie in die Luft gebaute Springhürden oder rostige Haarnadeln, sie sind geräumt. Es ist Sonntag. Es gibt ein, ...
Frühe Diaries oder the Anti-Bridget-Diaries, 1996 im Beaurivage
Beaurivage, Thun, 1996 8.12.1996 Auf diesen Reisen schreiben. Die Tage in der Lichterlose verbracht. Fahre in die Nächte hinaus; schon haben sich die Lichter verschlossen. So fahr ich vom lichterlosen Tag in die verschlossenen Räume der Nacht. Und w ...