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Nicht ich, Mr. Stronic

rIch stelle vor: Mr. Stronic.

Jahrhunderte alt, blind geboren, frisch

betrieben, immerhart. Sich selbst

ausschliesslich der Nächste.  Darin und

ausschliesslich darin wahr und intim.

 

Und doch ist Mr. Stronic ein Spezialfall unter

den toten Dingen. Wenigstens für mich.

 

Es tut mir leid, wenn ich jetzt explizit werde:

Aber unter gewissen Bedingungen erwacht

Mr. Stronic zum Leben. Ich meine damit nicht

biologisch. Dass er automatisch steht.

Oder doch?

 

Weil Herrgottnochmal ich nicht behaupten

könnte, dass mich das nicht rührt: eine

Reibung, die Wärme abstrahlt, gefangen

in einer rhythmisch fantastischen

Eigendynamik. Mich rührt oder ekelt. Mich

zutiefst aufwühlt.

 

Mr. Stronic, mein Herz hämmert!

 

Leider rührt mich Mr. Stronic auch dann

noch, wenn er mich ekelt. Er ist dann nicht

wirklich ein totes Ding unter den toten

Dingen, sondern vielleicht halblebendig.

 

Halblebendig stellt Mr. Stronic die toten

Dinge auf, zwischen mir und dem

fliessenden Leben!

 

Ich würde nicht sagen, dass mir Mr. Stronic

nichts geben kann, zumindest nicht

potentiell.

 

Unter diesen ganz bestimmten Umständen

kommen in  Mr. Stronic immerhin

erstaunliche Dinge ins Rollen. Mr. Stronic ist

fähig, von einem toten Ding aus zu Springen

in ein Geheimnis, das heisseste Mysterium!

 

Wie ein Blitzableiter funktioniert Mr. Stronic

zwischen mir und dem, an dem er baumelt.

In dessen Hand er liegt als rührendes

Geheimnis, als Mysterium.

Tot, halblebendig, lebendig!

 

Ich muss das Bild nicht beschreiben:

Mr. Stronic,  sich selbst in der Hand

zuwachsend, hart, archaisch und warm.

Was alles auch immer.

 

Ich werde zuerst blass, dann rot.

Mein Herz, Mr. Stronic! Es ist dringend!

 

Jetzt ist der Moment da, in dem ich Mr.

Stronic aus seiner Verklammerung löse, die

Hand sanft öffne, sie, die ihn umklammert.

 

Ich küsse die Hand und lege sich weg.

Und lege stattdessen meine Hand auf Mr.

Stronic!

 

Schliesslich will ich nun auch einmal meinen

Teil an Mr. Stronics Stamina haben!

 

Aber wie unter dem Schleier einer

unendlichen Weichheit steigt ein

Tränenmeer in mir hoch: es ist Kraft und

Hitze und Schwäche gleichzeitg.

Als müsste ich mich nun doch eher auflösen.

Ich fühle mich so attached, so verzaubert,

indirekt durch dich, Mr. Strong!

 

Nur der, der hinter Mr. Strong  zum

Vorschein kommt, der Weiche,

kann mir jetzt noch helfen!

 

Ich liebe dich, mein Geliebter!

 

Das ist die Bedingung, unter der Mr. Stronic

für mich aufersteht von den toten Dingen.

Darin er sich unterscheidet von den

halblebendigen, den lauen, den

automatisieren.

 

Vielleicht muss ich ja sterben, weil es diese

Rührung in der Evolution nicht gibt.

 

Und darum ist  Mr. Stronic auch nur ein

Toy, frisch in Betrieb, wiederladbar, kümmerlich.

Ein totes Ding  aus blau getöntem Plastik, das ich mich zum

Weinen bringt, nachdem ich es—-

 

Und es wütend  durch den Raum schleudere.

 

Weil der wahre Mr. Stronic holt sich  ja einen

runter, vor mir auf Tinder.

 

Aktuell gibt er sich dort als Actor und Comedien aus
mit verlebtem, rauen Blick:

 

Mr Stronic: Hello, how are you?

Ich: Böh. Hi.

Mr Stronic: Do you like porn?

Ich: Böh. What do you act right now?

Mr Stronic: I am watching porn right now!

Ich: Ah… key.

Mr Stronic: Do you like porn?

Ich: When I transform into a man, from time to time.
Then titts can make me very horny.

Mr Stronic: So good!

Ich: But they have to be very, very big!

Not from this world!

Mr. Stronic:  I am CUMING in one second!

Ich: Okidoki. —

 

Wie gesagt. Das ist die Bedingung, unter der Mr. Strong

für mich aufersteht von den toten Dingen.

Darin er sich unterscheidet von den

halblebendigen, den lauen, den——

 

Ende der Eruptionen.

(10.2.2021)

 

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