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Retro: Zwischensaison (aus den Unstillbaren 1, 2002)

Zwischensaison (aus den Unstillbaren)

 

Mit Sechsundzwanzig, im November war’s, spürte ich auf einmal, dass ich Doc nicht mehr liebte. Wir standen an der Haltestelle eines Vororts und warteten auf den Bus, der uns zurück bringen sollte. Autos, Lastwagen und Busse sämtlicher Linien sausten vorbei, schnippten Wasser gegen unsere Arme und Beine. Der Regen rann an Doc hinunter und zog sein ovales Gesicht in die Länge. Neben uns fuhr der Bus an den Gehsteig, und Doc sprang auf das Trittbrett, die Hand nach mir ausstreckend. Ich bedeutete ihm, dass ich hier bleiben wolle. Er stutzte, die automatische Tür klemmte ihn ein und ich sah, wie er mit den Ellbogen verzweifelt dagegen hielt. Warum bist du nicht eingestiegen? Doc war eine Station gefahren, diese wieder zurückgelaufen, und stand jetzt wieder da. Ich wollte ihm sagen, was mit mir los war, doch ich schaffte es nicht.

Am nächsten Tag fuhr ich nach Graubünden. Ich wusste nicht, was ich dort wollte. Natürlich, ich war dort einmal mit Doc. Im Intercity kaufte ich mir ein abgepacktes Schinkenbrot und schaute aus dem Fenster. Eine karge, widerspenstige Gegend mit See zog vorbei, das Zürcher Unterland, vielleicht. In meiner Hosentasche steckte die Bahninformation. In zwei Minuten musste ich in die Rhätische Bahn umsteigen. Es ging durch schmale Schluchten an Wald- und Bergkämmen entlang über den kurvigen Albulapass nach Silvaplana. Dort hatte ich für die nächsten zwei Tage ein Zimmer im Chesa Martis reserviert.

Das Tal war in einen dunstigen Schleier gewickelt. Schneeflocken rieselten auf meine Wangen. Kurz vor dem Dorf blieb ich stehen und betrachtete die Bäume. Es waren Föhren und andere Bäume südlichen Ursprungs, die sich unter den Schneemassen bogen. Kahl und rot leuchteten die Berge an ihren Spitzen. Schnell wurden sie erst blau, dann schwarz.

Unfähig mich auszuziehen lag ich am Abend der Reise auf der geblümten Bettwäsche und konnte nicht schlafen. Gegen Drei trat ich auf den Balkon. Es war eine helle Nacht, die Sterne funkelten wie Kristalle. Einige Dunstschleier umhüllten die Berge, die mir bei Nacht noch mächtiger und naher erschienen. Als ich einen tiefen Atemzug nahm, blieb mir das eine Nasenloch kleben. Ich schätzte die Temperatur auf Minus fünfzehn Grad.

Als ich am nächsten Morgen doch noch erwachte, fühlte ich mich zerschmettert. Trotzdem machte ich mich auf den Weg. Im Hotel Albana, das als einziges geöffnet hatte, bestellte mir eine Tasse Pfefferminztee. Es hatte kaum Gäste. Mit einer Tüte gedörrter Früchte stellte ich mich dann an eine Bushaltestelle. Eisiger Wind wehte vom Malojapass herüber und kringelte den türkisfarbenen See. Sein Anblick erinnerte mich an die Ohrenklipse reicher, alter Damen. In Sils war alles wie ausgestorben.

Eine Weile wandelte ich durch die Straßen wie durch ein Kulissendorf. Eigentlich wollte ich um den See wandern, doch der Wind schlug mir wie Säbelhiebe ins Gesicht. Nach zwanzig Metern brach ich ein und setzte mich ins einzige Billigrestaurant nahe ans Fenster. Die Serviertochter trat gelangweilt an mich heran. Wir haben Zwischensaison, sagte sie mit Akzent. Das Stück Engadiner Nusstorte brachte ich nicht runter.

Wenige Meter neben Post und Bushaltestelle steht auch das Nietzschehaus, allein, zweistöckig, mit simpler Fassade, aber irgendwie ungeheuerlich und etwas abseits der mondän verwelkten Hotels und aufgemotzten Bündnerhäusern. Ein kleiner Pfad führte zu seinem Eingang, an dem ein Schild angebracht war: Vom 8. November bis zum 25. Februar bleibt unser Museum geschlossen.

Ich stellte meinen Rucksack auf die Stiege. Setzte mich daneben in den Schnee und beobachtete, wie die Sonne allmählich hinter einem Berg verschwand. Sofort dunkelte es ein. Die Kirchturmuhr von Sils schlug fünfzehn Uhr.

Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern? so fragt der letzte Mensch und blinzelt.

Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh.

Ich erinnere mich, wie ich zu Doc sprach: „Was ist Liebe?“, und ich warf ihm einen Kussmund durchs Museum zu. „Was ist Schöpfung?“ Und ich zeigte mit dem Zeigefinger in meinen Mund hinein, was soviel bedeuten sollte, wie, dass es langsam Zeit zum Essen wäre. „Was ist Sehnsucht?“ Und ich warf einen ostentantiven Blick auf die Uhr. „Was ist Stern?“ Und ich zeigte auf ihn, das Sternchen. Ich glaube, Doc reagierte nicht stark auf meine Zeichen, die Vitrine mit Nietzsches Handschriften nahm ihn zu sehr in Anspruch.

Ich hatte offenbar mein letztes Postauto verpasst. Fußlos stapfe ich durch eine Schneewiese. Der Himmel hatte sich verschleiert. Allmählich stieg das Gelände an. Etwa nach einer Stunde geriet ich in einen Wald, blieb stehen und versuchte den Atem zurückzuhalten. Durch die Stille hörte ich den sanften Choral der Schneeflocken, wie er sich auf die Tannennadeln niederlässt. Plötzlich sah ich direkt neben meinem Schuh eine Elster im Schnee gorren. Erst glaubte ich, dass sich im Schnabel des Vogels ein steif gefrorener Regenwurm befindet. Weil ich mir aber nicht sicher war, duckte ich mich und erkannte darin ein abgerundetes, ausgehöhltes Knöchelchen, wahrscheinlich ein Mäuseschädel.

Wieder fing es an, stark zu schneien. Ich hatte wenig Atem, doch erreichte ich die Waldgrenze. Wie ein feindseliger, kahl geschorener Mond rollte die bläuliche Rundung des Berges an mich heran. Zweihundert Höhenmeter fehlten mir noch bis zur Passhöhe.

Ich musste über einen Pfosten gebeugt kurz eingenickt sein. Zwei Scheinwerfer hatten sich genähert. Verschwommen sah ich eine dunkle Hand eine Autotür aufschlagen, die schattenhaften Umrisse eines kleinen, unbehaarten Kopfes und einer kräftigen Schulter. Sogleich war ich hellwach. Der Mann trug eine Schafskutte und kam mir ungeheuerlich vor.

In den vielen Kurven bewegten sich seine Hände, als wären sie mit dem Lenkrad verwachsen. Ich überlegte, ob ich mit dem Mann übers Wetter reden sollte, da kam er mir zuvor: „Was macht eine junge Frau, ohne richtige Jacke und richtiges Schuhwerk, gegen Mitternacht auf dem Julierpass?“ – „Sie können mich da vorne raus lassen!“ Erleichtert erkannte ich die Kirchturmspitze von Silvaplana.

Ich überquerte den Postplatz und verschwand in der Telefonkabine. Eine Weile wählte ich die Nummern von Freunden, die ich im Kopf wusste. Legte aber auf, wenn sie am andern Ende der Leitung eine verschlafene Stimme meldete. Ich fuhr mir mit meiner Hand unter den Pullover und spürte, dass meine Haut Schweiss gebadet war. Langsam trottete ich an der Dorfkirche vorbei. Durch ihr Schallloch konnte ich die pittoreske mit Moosflechten bewachsene Glocke erkennen. Ich zählte zwölf Schläge mit. Dann drehte ich mich impulsartig um und lief zurück zur Telefonkabine.

Meine Hände zitterten. Ich verwählte mich.  Jetzt, in diesem Augenblick, in dem ich Docs Stimme hörte, überkam mich wieder das Gefühl, wie an der Bushaltestelle: ich fühlte mich gleichzeitig hilflos und bedroht! „Soll ich zu dir kommen? Liebes! Liebstes! Was machst du dort?“ Ich glaubte vor Angst ersticken zu müssen. Verstand mein inneres Drama nicht: Der liebste Mensch in meinem Leben bedrohte mich!

Die zweite Nacht im Chesa Martis verbrachte ich ohne Schlaf. Am nächsten Tag brach ich früh auf, schritt über die Steppe, der Schnee knirschte unter meinen Füßen. Vorne am See flatterte die Bise durchs helle Schilf. Eine kleine, geheimnisvolle Waldzunge zog sich ins Wasser hinaus. Plötzlich hatte ich wieder das Gefühl, vom Boden abzuheben. Als würde mich der Himmel an den Haaren in die Luft ziehen. (Dieses Gefühl hatte ich in der letzten Zeit öfters gehabt.) Also rannte ich los. Ich wollte weg vom See, und schlug den Säumerweg ein. Durch ein schlangenhaftes, labyrinthisches Föhrenwäldchen stolperte ich auf eine Felskappe hoch. Dort stand der Segantini-Turm. Doc hat damals lange die Geschichtstafeln zu diesem Turm gelesen und mit klopfender Faust eine Weile den ruinösen Zustand des Gesteins geprüft. Jetzt vernahm ich die Stille. Unmittelbar neben meiner Schulter ging es eine Urwald verschlungene, beinahe senkrecht abfallende Schlucht hinunter. Ein mir unbekanntes Tal, dehnte sich gegen Süden. Langsam hob ich meinen Blick und schaute zum Berg. Piz Margna war so nah, dass ich meine Hand ausstrecken konnte, um ihn in meiner Faust zu zerknüllen. Minuziös wanderten meine Augen seine glatten Kanten entlang Richtung Bergzipfel. Auf einmal schwankte ich und ein starker Brechschwindel überkam mich. Der Turm samt Aussichtspunkt verschwamm vor meinen Augen.

Kurz nachdem ich in St. Moritz angekommen bin, würgte ich die letzten kläglich bitteren Spuren meines Mageninhaltes hervor. Bis zur Abfahrt des Zuges verblieb mir noch eine gute Stunde. Also ging ich ins Restaurant Bahnhof und bestellte mir einen Liter Cola sowie eine Gerstensuppe. Ich konnte sie aber nicht essen, sondern schüttete sie in den Hydrokulturboden einer Topfpflanze. Als ich wieder in der rhätischen Bahn war, spürte ich den filigran holpernden Untergrund des Landwasserviadukts unter mir. Lange Zeit schob sich die Bahn durch einen geschwungenen Tunnell. Durch die Fensterscheiben drangen mittelalterlicher Frost und das kühle Schwitzen der Felswände. Im Unterland regnet es in Bindfäden. Aus einem ganz dunklen, mageren Himmel.

Ich sah zwischen braunen aufgedunsenen Bödenvereinzelte Chemiekonzerne aufragen. Ich Chur stieg ich in den Doppelstöcker. Ich sah wieder Menschen, Gesichter in ihrer typischen Selbstgefälligkeit. Es war schon am Dämmern. Aber hinter dem Fenster sah ich Felsbrocken wie rußige Kohlsteine im Wasser stehen und den grauen eingedrosselten See, den ich schon auf dem Hinweg bestaunt hatte. Der Regen pendelte wie Kordeln oder aufrechte Blitze über die kaum befahrene Autostraße. Das Dach eines Zirkuszelt war wie eine tränende Zwiebel in sich zusammen gebrochen. Zürich Hauptbahnhof!

Die Anzeigetafel fiel in Dominosteinchen herunter, als ein Rollbrett keck durch die Luft sprang. Unter die knabenhafte Hüfte sank der Hosenbund. Die junge Frau mir gegenüber im Abteil hatte einen CD-Player auf dem Schoß. Leichter Schlaf lag auf ihrem rötlichen Apfelgesicht und drückte ein wenig auf den dunklen Wimpernbogen.  Durch den Lautsprecher wurde in drei Sprachen der Ankunftsort mitgeteilt. Eine Weile blieb ich noch sitzen. Da hörte ich jemanden schnaufen. Die junge Frau hatte ihren CD-Player auf der Sitzbank vergessen. Diesmal war ihr Gesicht rege und wach. Erleichtert verstaute sie den Gegenstand in ihrer Handtasche aus Kunstschlangenleder. Dann beugte sie sich zu mir hinunter. Wir sind da, in Bern!

Ich stieg aus und trottete hinunter an den Hopfenweg. Es war wichtig, dass ich mir mal etwas zu Essen machte, also setzte ich eine Pfanne Reis auf. Ich stand vor dem Herd und schaute zu, wie der Reis verkochte und schwarz wurde. Ich dachte an Doc: Er ist der erste richtige Partner meines Lebens. Wir sind Freunde gewesen und ich habe ihn aus einer Laune heraus geküsst. Also sind wir ein Liebespaar geworden, denn Doc liebt mich. Ich spüre, dass Docs Liebe für mich treu und bedingungslos ist, ja vermutlich wird sie ein Leben lang dauern. Ich glaube, ich liebe Doc auch, auch wenn ich nie in ihn verliebt gewesen bin. Ich fühle mich doch so aufgehoben und ganz bei ihm. Aber jetzt nicht mehr. Wenn wir uns küssen und Liebe machen, dann spüre ich seit einiger Zeit eine Art Enge. Es kommt mir vor, als würde mich Doc mit seiner Liebe fast auffressen. Und nun entferne ich mich wieder von seinem Körper. Bereits als ich ihn noch liebte und tief verbunden, ja, symbiotisch verbunden war mit Doc, habe ich aufgehört, seinen Körper zu begehren. Dies ist schlimm, denn nun bin ich wieder allein. Da habe ich endlich Menschen gefunden, der mich liebt und akzeptiert, aber weil ich mich physisch nicht mehr angezogen fühle von ihm, musse ich ihn wieder verlassen. Wir können nun auch nicht mehr Freunde sein, weil Doc mich ja noch liebt. Also ist es so, dass ich versuchen muss, mich von Doc zu trennen, auch wenn es Monate oder Jahre dauern könnte, denn Doc wird mich einfach weiterlieben. Er ist einfach da, er bleibt da! Oh wie bedrohlich fühlt sich das für mich an! Die ganze Beziehung mit Doc empfinde ich auf einmal als existenzielle Bedrohung! Ich kriege Angst vor Docs Nähe! Wenn Doc meine Angst zu beschwichtigen versucht, wie am Telefon in Silvaplana, ja, gerade dann wird diese Angst noch umso stärker! Ist es also wahr? Muss ich vor Doc fliehen, dem einzigen Menschen, dem ich vertraue und der mich liebt?! Warum kann ich mit dem, der mich liebt nicht mehr sein? Ich liebe ihn doch auch! Nur eben nicht wirklich mit dem Körper! Ich kann mich ihm nicht mehr hingeben, nicht ganz!  Oh mein Gott, wie verloren ich mich fühle, weil ich mich ihm körperlich nicht mehr hingeben kann!  Er bleibt mir treu, auch so, und ich müsste keine Angst haben! Aber oben in Silvaplana habe ich erst recht Verfolgungswahn gekriegt durch diese Bedrohung seiner Treue!  Ich habe sehen wollen, ob ich wieder alleine leben kann, ohne geliebt zu werden von einem Mann, von Doc. Denn es war klar, ich kann ihn nie wieder sehen, ihn den liebsten Menschen …. ich dachte, wenn ich die  Naturgewalt der Oberengadiner Berge erblicke, dann löst sich das Naturschauspiel, das sich in mir abspielt, auf. Aber statt, dass die Natur mir ein Gefühl von Sicherheit geben kann, habe ich jetzt, seit ich in Silvaplana oben war, noch mehr angst ….“

Die Reispfanne war verkohlt. Und eine halbe Stunde später wurde ich von einem Bekannten ins Kriseninterventionszentrum gebracht.

(Bald darauf wurde mir gesagt, mein Problem sei ein typisches Problem von Borderlinern. Und ich sei eine Borderlinerin. Dazu kann ich bis heute nichts Wirkliches sagen, denn ich habe selten wirkliche Nähe zu einem Menschen empfunden und habe darum viel zu wenige Beispiele respektive Beziehungserfahrungen. Aber wenn, dann wollte ich immer in diesen Menschen hinein, so nahe wollte ich an ihm sein. Aber bei Doc wollte ich bereits nach kurzer Zeit wieder aus der physischen Symbiose hinaus, während ich nie aufhörte, ihm mental treu zu sein. Während ich mich von vielen arschigen Männern kurzzeitig angezogen fühlte, war mein Liebesleben so gut wie vorbei. Denn so wie Doc mich über Jahre nicht verlassen konnte, so konnte auch ich ihn nicht verlassen. Aber wir waren auch kein Liebespaar mehr, das Liebe machen konnte miteinander! Und das kann ich bis heute nicht verstehen: warum ich nicht mit dem Liebe machen konnte, länger als drei Monate, ein paar Jahre, ein Leben lang, der mich auch liebte und einzig respektierte. Ich fand das naturblöd! Ob die Ambivalenz, die ich fühlte etwas mit Borderline zu tun bezweifle ich halbwegs. Was wäre denn, wenn sie, diese Ambivalenz nur auf ein sehr feines Gespür und einen Volllkommenheitsanspruch zurückzuführen wäre? Es kann sehr unangenehm und schwierig sein, differenziert zu fühlen, ähnlich wie es schwierig u unangenehm ist, den widersprüchlichen Gefühlen Borderlines ausgesetzt zu sein…..)

Übrigens bin ich bin damals zur Überzeugung geraten, dass die Weite und Einsamkeit für mich nicht gut ist, wenn ich innerlich eng bin. Sondern Ablenkung und Menschen das richtige wäre, wenn ich in monumentalen inneren Krisen stecke. Leider wurde mir diese Art von Ausbruch und Distracting dann später durch die physische Krankheit verunmöglicht. Und obschon ich nie wieder eine solche Existenzangst wie damals im Winter 2001 um Doc erlebte, ersticke ich heute in meiner Enge.)

(* Friedrich Nietzsche, also sprach Zarathustra)

(Zwischensaison, 2002, aus den Unstillbaren, auch die Zwischensaison ist in Fragmenten geschrieben, wie etwas, das mir Bruchstückhaft geschieht, ohne dass ich es verstehen und integrieren kann. Ich schrieb Zwischensaison, nachdem ich 3 Monate auf Marbach gewesen war, ich schrieb nieder, was sich äusserlich zugetragen hatte, während das, was in mir passiert war, irgendwie abbrechen musste, ich konnte nur auf den Faktor Zeit setzen und das Vergessen…..vielleicht habe ich darum nur in Fragmenten schreiben können, rückwirkend, weil ich gar nicht mehr in das Drama u die Todesangst hinein konnte, bewusst….ich war davongekommen und beschrieb äussere Umstände u Bilder, in Fragmenten….nichts ergab damals eine Geschichte, nichts ergab Sinn)

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