3004_Fash-ion u Quarantäne (disabled writer)_8PM

Ich trage ein warmes, leichtes Tischtuch (dasselbe wie gestern), das man im Wald für ein Picknick ausbreitet.
Blaue Brügg-Sandalen. (wie gestern) Ev. könnte man dieses Blau ultramarin nennen.

Was ich versuche: den Idiot Savant (?), der ich bin, irgendwie zu „bilden“ resp mich über Themen zu informieren,
von denen ich irgendwo denke, vielleicht könnte ich sie für meine „Quarantäne“ brauchen.
Aber ich habe keine genaue Vorstellung,  wie diese Themen resp dieses Wissen/Material aussehen könnte.

Schliesslich ist alles, was ich habe, eine persönliche Erfahrung.

Wenn ich in meine „Qurantäne“ externes Infomaterial einflechte, um Ereignisarmut auszugleichen,
kommt das einer Mogelei gleich. Es ist, als würde ich spielen mit Spielzeugen, deren Anwendung ich nicht verstehe.

Da ich das Leben weiterhin nur von Innen erlebe, frage ich; wie soll ich aber da „erzählen“? Sicher ist, ich darf nicht davon ausgehen, etwas zu erzählen.  Ich rede nur, an Ort und Stelle, aus meiner Wahrnehmung heraus. Ich habe keine Vergangenheit mehr, die zu erzählen wäre. Die Gegenwart reicht jedoch nicht, um zu einer laufenden Geschichte zu werden. Das muss mir bewusst sein.—–

Bei Byung-Chul lese ich über Intelligenz: „Intelligenz bedeutet wählen zwischen.“ (inter-legere).
Sie hat keinen Zugang zum Draussen (Anderen), weil sie nur die Wahl zu den Optionen innerhalb eines Systems hat.
Sie bewohnt das Horizontale, während der Idiot das Vertikale berührt.“

Inter-legere: dazwischen lesen; das ist aber genau das, was ich als Idiot (jemand von Draussen) tue. Für mich ist die freie Zugänglichkeit von Wissen und Informationen auf dem Netz wie eine „verbotene Frucht“, an der ich mich willkürlich, nach Lust und Laune bediene. Ich ändere damit nichts an meiner „fehlenden“ „Intelligenz“.

Alles, was ich besitze ist die persönliche Erfahrung.

Eine Erfahrung, die  unaufregend, unexotisch und extrem einseitig einzustufen ist.

Ich lese etwas. Und vergesse es. Aber was davon bleibt, kann ich nicht sagen.

Es ist immer die gleiche Stelle in mir, die „lernt“, wirklich lernt.

Ich kann nicht „lernen“ und zu einer Erfahrung ausbauen, was ich nicht „in eigenen Worten“ wiedergeben kann.
Ich kann kein systematisches Lernen. Obschon ich das möchte und in diesem Punkt oft pädagogische Hilfe gesucht habe in frühen Jahren! Ich kann aber auch sagen, dass es keine „Lehrer“ gab, die mir bei meinen Problemen im formal-logischen Denken weiterhalfen. Und gehört zum Lehren nicht auch eine gewisse Klugheit? Ich meine, dass man als Pädagoge herausfindet, wie man den dümmsten Schüler versteht!? Nicht, wie man ihm etwas beibringt! Zuerst! Sondern: wie man verstehen kann, was er nicht versteht!?

Anders geht das nicht.

„Vorernähren.“ So nenn ich das, wenn ich aufs Prosaschreiben warte.

 

(25.4.21)

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