zwei Gedichte von Erika Burkart

 

Ernte

 

hohe Wolken über den Feldern,

so entsteht ein Berg,

vergehen Gebirge.

Der Mähdrescher mäht

bis um Mitternacht,

in den goldenen Körnern, hab ich

gehört, könne einer verschwinden

wie in saugendem Sand.

 

Fasse dich, Geist.

Erinnere, Seele:

die Welten aussen,

innen das Land.

 

Sommersonnenwende

 

Am Fenster warten und Ausschaun,

vereinen gestaffelte Berge

im Dunst sich zum Zwillingsvulkan.

Still steht die Sonne,

ehe sie sinkt.

 

Sehen, was einen nicht sieht.

Gestirne sind andrer Natur.

Augen-Blicke: menschliche Blicke.

Ihr Brennen durch Wasser,

bevor sie erlöschen.

 

(Erika Burkart, „das späte Erkennen der Zeichen“ Gedichte, Weissbooks.w)

 

 

 

 

 

 

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