Aus meinem Testimony

Es gibt Momente, in denen es mir vorkommt, als würde alles über mir zusammenbrechen, meine Decken, meine Wände. Ich versuche mich an mein Leben zu erinnern, als ich noch nicht verschwunden war, aber es gelingt mir nicht, weil ich es in diesem Punkt wie Dolly habe: ich habe gelernt, in der Gegenwart zu leben, nur in ihr. Aber wenn es neben der Gegenwart nichts gibt, was liegt dann links und rechts von ihr? Der Abgrund? Wenn ich raus schaue, dann habe ich den Eindruck, dass es weder ein Schiff mit dem Namen Gegenwart gibt noch eines das Abgrund heisst. Dieser Zug, von dem sie da draussen mitgerissen werden, hat mich stehen lassen und so nennt sich mein Floss nicht nur Madame Immobile. Es nennt sich nicht Sunflower oder Conqueror. Es heisst auch, schlicht: Einsamkeit.

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