Zum „Glaubenssatz“, der Dritte Roman, Schlusskapitel

Der Dritte Roman muss in Kombination mit Schumanns Piano Quartet in Eb flat Major, Op.47, III, Andante Cantabile „konsumiert“ werden.

 

MUSS.Haha. jaaaa. Sind wir zurück in der Disziplinargesellschaft?

Bin überhaupt der Meinung, dass trockene Sätze in Begleitung von Musik einen perlmuttfarbigen Innenglanz bekommen. Prosa ist ein sehr sehr grauer, appollinischer Himmel. Es ist schwer und unerträglich verzehrend, lange Prosa zu schreiben. Mein ganzer Organismus ging drauf dabei. Auch wenn ich lange Zeit wie Friedrich Hohl im Keller meine Art von täglichen Klimmzügen machte, um das physische Gleichgewicht knapp zu halten. Vergeblich.

 

Natürlich ist auch dem Effekt von Musik nie zu trauen. Ich meine, jede Musik ist noch zu eingängig und zu brutal, viel zu schnelllebig im Effekt. Es ist ein Genussmittel ohne Hindernis. Man will immer mehr davon. Mit Andante Cantabiles ist es wie mit Wein: schon nach dem 2.Glas kann man nicht mehr mit trinken aufhören.

Prosa schreiben ist wie umgekehrt küssen.

Aber man darf dazu niemals Cantabiles hören. Es kommt dann nur Blödsinn raus.

Die Cantabiles kann man erst viel später hören. Dann wenn das Gefühl, zum Zug kommen darf.

(10.3.21)

 

 

 

 

 

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