Selbstporträt mit Spiegel oder: Schönheit ist vergänglich

(Aus der Jugend-Verabschiedungs-Selbstporträt-Serie 2018)

 

 Dich überschätzen. Du mir leuchten.

Lauter Pixel, was ich sehe. Nie das Ganze.

Ich bin jung. Wie eine kleine, schmutzige Birne

scheine ich im Dunkeln.

—-

Zeit vergeht. Will jetzt nach

einem anderen, schöneren Bild suchen! Sehen

mit dem inneren Auge! Mehrperspektivisch!

Quizfrage: Wie könnten mich die Andern sehen?

Wäre da keine Mauer —-
(Beiss mich ins eigene Fleisch.)

 

Aber halt! Sehe ich etwa nur mich selbst? Dreh mich

ja weiter nur vor dem Spiegel, je tiefer ich mich versenke

in meinen Anblick!

Lauter Pixel, was ich sehe:

Schulterstück, Schnuten, Schuhlöffel-Knochen, Scherben!

Halte mich fest an dem, was sehe!

Kann nur so bleiben bei mir.

—-


verstehen, dass es mich gibt.

—–

Zupf mich am Ärmel! Schminke mir das Lid.

Muss wohl noch älter werden.

Zeit vergeht.

—-

Ich weiss, was das Ganze ist! Ich kann es fühlen!!!

Ein kleiner, flackernder Docht zieht sich zurück.

Zeichnen sich Umrisse ab im Dunkeln.

Fertig geblendet!

—-

Keine Übereinstimmung.


Ach, bin ich hässlich!

—–

Zeit vergeht!

Ich sehe alles!

—-

Den Spiegel verfluchen.

Ach—–

—–

Den Blick aushebeln.

(10.9.18/16.7.21)

 


(Bild: No Art Design, 2018)

 

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