#pwME_Facebookübertrag

Überwältigt sein vom blossen Dasein:
Ein Zustand der Bedrängnis u Ergriffenheit, den ich von meinen milden ME-Jahren gut kenne; der auch in das Gefühl münden konnte, dass ich das Leben beenden muss wegen der ständigen Überwältigung durch nur kleine sinnliche Wahrnehmungen u Ereignisse. Ich hab das nicht verstanden, da ich nicht wusste, dass ich eine neurologische Erkrankung habe, bei der das Gehirn nicht die Kapazität hat, Reize zu filtern.
Ich bin daran fast verzweifelt, denn eine psychiatrische Erklärung ist für ein solches Reaktionsmuster nicht nachvollziehbar.
Mir wurde unter anderem natürlich gesagt, dass ich das Leben, das ich nicht verarbeiten kann, einfach unterbewusst aus Angst abwehre und mein erzwungenes Dasein in der Askese nur eine Form ist, mit der ich mich selber strafe sprich: jede körperliche Tortur wie stundenlanges Würgen nach einem nächtlichen Ausgang mit 1Glas Wein, eine Form von Selbstverletzung im Rahmen meiner Borderline Persönlichkeitsstörung ist. Ja, jedes körperliche Symptom von Arrhythmie über Kotzen bis Fieber….war nur eine Form von Selbstverletzung. Was blieb mir anderes übrig, als diese Auslegung zu glauben!? Ich wusste nicht, dass es ME gibt…
Es machte mich dermassen kirre, dass ich genau jene Tätigkeiten, die mich v.a sinnlich forderten u von denen ich dachte, dass sie mich heilen würden, nicht ertrug. Ich musste glauben, dass ich mich selbst zerstören muss!

Und was anderes ist Borderline als dies? Dass man sich regelmässig zerstören muss wie in einem ferngesteuerten Automatismus!? (Wie seltsam war für mich die Vorstellung, mich real, also mit Messern zu verletzen, wie das echte Bordis tun)

BSP, meine Erstdiagnose, war für mich die leibhaftig gewordene Metapher für meine ursächliche Erkrankung Myalgische Encephalomyelitis…..! Messer, die mein Körper schickt, von Innen heraus!!!

Dies war mein Leben, denn über 15 Jahre lang lebte ich in diesem Irrtum und hab mich daran gewöhnt, dass mein Erkennungszeichen das der psychischen Nichtanpassung ist. So haben wir gewissermassen ein Arrangement getroffen,  meine Psychoshrinks, Shrinks u ich, der Psychocrack. (Ich krieg IV, aber nehme dafür die unkorrekte Diagnose. Ich nehm das Stigma!).
Dieser Deal war besser als die Wahrheit.

Nun wüte ich noch ein wenig weiter. Und lache darüber, dass ich gezwungen bin, mich weiter psychiatrisch zu stigmatisieren, nur, weil ich keine Lust habe, mich mit meinen Inschriften-Zeichnern zu versöhnen. Wer weiss, vielleicht bin ich ja längst nicht mehr wütend. Aber ich hänge an meiner Wut, weil ich eben darin die Opposition zum Aufgeben sehe. (ich hänge an meinem BPS!) Aufgeben, das bedeutet: physisch keine Kraft mehr haben, sich einer komplexen Situation zu stellen.

Versöhnung: dazu gehören zwei Parteien. Auseinandersetzung ist der Weg zur Versöhnung. Eine Geste ist ein wirkungsvolles Zeichen, die den Schwertern in der Auseinandersetzung kleine Flügel verleiht…. usw.

Jeder, der sich vom Staat durchfüttern lässt ist ein Loser.
Da hab ich dann aber auch komplett verstanden, dass ich hierfür eine Zeche zu bezahlen hab.

Aber warum mit einer Diagnose, die nicht der Grund meiner Invalidität war?!

(20.6.21)
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