Myalgic.E.-Diary 6.12.18

Wenn die physische Entkräftung durch Myalgic E. soweit geht, dass mich die Gedanken physisch schmerzen. Und jeder der Gedanke ans Leben, an Schokolade, an Küsse, an herrlichen Disput … Sonne … an das Gehabte, sich auflösend Geballte …. beim Aufwachen bereits … als unwillkürlicher Stich den Solarplexus bewandert.

Ein (falscher) Gedanke: ein Reiz: ein Stich! Ein (falscher) Gedanke: ein nervlicher Stimuli: ein Stich:

Soll ich sagen beweinen? Dies wäre nicht richtig! … Dann schaue ich die Kerze an, die leicht flackert. Und frage mich,  was es noch für einen Ausweg gibt.

Dies nennt sich: das Erbschen unter zehn Matratzen fühlen! Aber eine Prinzessin ist man nicht.

Man kämpft nur gegen das umgekehrte Paradoxon: die nervliche Kraft, die man in sich geliebt hat, weil sie einen doch lebendig erhielt und erfüllte ….

Und nun bin ich in einem Stadium der Myalgic E.,  wo ich vielleicht die zeitweilige Versetzung ins künstliche Koma benötigte, um einmal einen „Break“ in die unaufhaltsame neuroimmune Dauerverschlechterung hinein gehauen zu kriegen, die durch nichts anderes mehr passiert, als durch mein blosses

Da-hin-Vegetieren und Da-Sein ….

Das Problem wäre dann jedoch der metabolische Apparat, der angeheizt werden müsste, um mich da wieder zurück zu holen ….

Hier fällt mir Dornröschen ein.

Schon vor ca. zehn Jahren hörte ich mich einmal zu mir denken: Marion, irgendwie kannst du dich nicht mehr richtig vom Leben erholen …! Aber ich meinte schon damals nicht die Erholung vom Leben als Ereignis (viel war ja noch nicht passiert mit Dreissig in meinem Leben!).

Ich meinte, dass sich etwas anfing, in meinen Zellen abzulagern … und die Atmung meiner Zellen anfing zu beschweren … ich beschrieb es (schon bevor ich wusste dass es genau darum bei Myalgic E. geht) als einen Zustand: als ob meine Zellen ein Gedächtnis bekommen hätten, in dem die  phisiologischen tagtäglichen Abläufe meines Daseins eingespeichert/eingeschrieben würden …. es fing schliesslich an zu schmerzen … die Regulativkraft, meine physiologische Verdauung nahm ab, das Gedächtnis der kumulierten Aktivitäten platzte aus den Nähten ….

der Organsimus sank …  und sinkt …. wie die Titanic …..

(natürlich sind mit der Titanic gleich ein paar wichtige Herren-(Dynastien) wie die Astors und die Guggenheims (im Schnaps!) gesunken.)

Seit drei Jahren bin nur noch damit beschäftigt, wie ich Reize bewältigen soll. Wie ich die Übergänge von Tag und Nacht stoffwechselmässig bewältige. Herauszufinden, wie ich die Katastrophen der neuroimmunen Ganzheitscrash, von denen mich durch den allgemein schlechten progredierenden Krankheitsverlauf, nur noch kleine Windchen trennen … aus Schlotter-Kotz-Solarplexus-Gedanken-Reiz-Lawinen-Entschwächungstage minimieren könnte …

Ich weiss nicht wie. Viel mehr kann ich nicht mehr abschneiden von meinem aktiven Leben.

Ich müsste wohl aufhören, zu denken.

Die Maschine meines (Unter)Bewusstsein, von der mir nie klar war, wieviel der vorhandenen Ressourcen sie mir tatsächlich abzwackt … oder bereits …. lange schon … abzwackte ….. unterbinden.

Aber das bin ich. Und also kann ich es nicht.

(6.12.18)

 

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