2023_Mein Hausberg (das Stockhorn) oder: nix dahinter

(„Ranger les Alpes pour voir la Mer.“ Stand auf dem Pullover meines Lehrers geschrieben.)

Hochgewachsen, mit rauchigem Hut,
für einen Gipfel zu schroff, für einen Hügel zu platt.
Vierkantiges Stirnrunzeln, niedergeschlagen
die Augen im Rücken zum klaffenden Abgrund,
(den ich da vermutete als Kind),


die Augen im Rücken aufgeschlagen zum Meer!
(das ich da vermutete als Kind),

So stand er da, wie ein grosser, langer Schatten,
der die Sonne verquirlt in meinem
Kinderzimmerfenster, vor meiner
wachsenden Nase.

Ich liebte ihn allumfassend.
Als meinen  grossen Horizont-Versperrer.

Da war ich noch klein.

Aber weil Liebe nicht solid ist, wie Stein—-!!!!!!!!!
wollte ich ihn da weghaben. Später.
Auf meinen Wegen neuen Ufern zu,
wollte ich wissen: was ist dahinter,

absolut und unbedingt.

Und ich bat ihn, sich zu verpissen.

Husch, husch.

——
Ein Berg steht für immer da.

Besteig ihn oder denk ihn dir weg.
Und kannst du auch das nicht—

Ich nehme nicht an, du kannst ihn überfliegen—!!!

musst du halt um ihn drum herum denken—.

Ich weiss, es ist umständlich,
zum Schluss zu ihm sagen: Ja.

(30.1.2023/25)

Tags: No tags

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *