ME-Diary (ME means Myalgic E. not Me/Ich)

Fundamental lähmendes, absorbierendes Gefühl als chronische Dauerbegleitung: dass es für alles zu spät ist (und lange lange schon zu spät war). Aber ein neuer Beginn lässt sich nicht heraus schaffen aus diesem Spätzustand und Dauerherbst. Lästig. Der Stoffwechsel hat das Sagen. Und was er sagt:
 
Ich mache aus dir seit mehreren Jahren nun einen schönen Eistapfen! Den keiner mehr berühren kann!
 
Der in Eisverkupptheit absteht gegen das Aussen.
Ich stelle mir vor: eine Verkrustung nach einem Hohlbrand oben in der Steuerungszentrale meines Gehirns, Hypothalamus …
Aktionspotentiale und Nervenimpulse, die daneben schiessen ….
Ein Tankschiff, das seinen schwarzen klebrigen Schmutz entlädt und damit aufgiesst:
meinen Organismus, das Meer!
Und oft entschlüpfen mir seit einiger Zeit seltsame Grunz- und Heultöne,
unkontrollierte Anfänge von Presslufthämmerhieben befördern Luftpfeile aus
meinem Innern,
Ich bin ein Fensterloch ohne Fensterausstattung. (keine Rahmen, Balkenverbindungen, Scheiben, Hebel)
(ich bin ein Loch, ich kann keine Schutzfunktion übernehmen.)
Oder dann fällt dann und wann aber etwas Wärme auf mich ….
Aber ich verändere nicht meine Form. Diese Transformation,
die nötig wäre ….
… um das Endzeitgefühl zu durchbrechen, das mein Stoffwechsel mir täglich einimpft …. bergab, bergab, bergab …..
Sargliegeübungen.
Wo es den Schmetterling bräuchte.
… eine sehr sehr lästige Begleiterscheinung, dieses Endzeitgefühl, das über so viele Jahre Kreditwürdigkeit bei mir verloren hat …. und mich weiter täuscht mit pyhsischen Sterbeeinflössungen ….
Tage ohne Anfang und ohne Ende. Auch 2018: kein einziger Tag, den ich beginnen konnte.
 
Hechtete mich noch empor …. auf die restliche eindämmernde Stunde ….
..als Eiszapfen bei Wärme schmelze  ich nur ein bisschen ……
 
und dann sind da die kleinen pochenden Nägel unter meiner Haut.
Oder das Tropfen.
(22.12.18)

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