ME-Diary 12.6.19

Je weniger ich mich tatsächlich bewegen kann, um so weniger glaube ich an den Mythos
 
der Dekonditionnierung. Oder umgekehrt: ich glaube, dass die Dekonditionnierung nur
 
die umgekehrte Spielart der Leistungskonditionnierung ist.
 
Ein grässlicher Begriff aus der Wirtschaft und der Fitten, der von solchen gegenüber
 
physisch Kranken angewendet wird aus billigen Spargründen.
 
Ja, wer mit der Stoppuhr lebt, der prüft sich verständlicherweise auf diese künstlichen
 
Einbussen seiner Fittness ….
 
 
aber wer mit seinen letzten oder gar nur vorletzten Kräften haushaltet, der hat diesen
 
Begriff nicht mehr nötig.
 
 
Mit einer Krankheit, bei der aus den Zellen keine Kraft mehr gewonnen werden kann,
 
ist man halt beyond that.
 
Stattdessen habe ich da seit langem das Problem, dass ich immer noch nicht weiss,
 
ob ich meine dysfunktionalen Muskeln jeweils zu früh wieder einsetze ….
 
…DER NATÜRLICHE DRANG, der mir sagt, wann ich nicht kann, sagt mir im Gegenzug
 
nicht, wann ich kann!!!
 
 
Ich kann das nur damit erklären, dass ich halt immer noch wie ein gesunder Mensch
 
funktioniere bei aller Krankheit!!!
 
Was für eine schlechte Angewohnheit! Haha!!
 
Wäre direkt etwas für eine Gruppentherapeutische Motiviationssitzung, Thema: Wie ich
 
meinen Schweinehund überwinde, damit ich mich nie mehr überwinde!
 
 
Es ist mir unmöglich nachträglich Nachberechnungen anzustellen, welche Spaziergänge,
 
welche mentalen Verausgabungen, welche emotionalen Jauchzer, welche seichten
 
Leerestunden, welche kurzen (lange Zeit zurück liegenden) Torkelsprints auf den Bus …
 
usw. zuviel waren und das Fass der Homöostase PHYSISCH zum Einstürzen brachten.
 
(Gleichzeitig weiss ich doch, in welchen Stunden/Tagen dieser Ein-Sturz geschah und
 
welche PSYCHISCHEN Mechanismen damals versagten.)
 
 
Aber noch unmöglicher dünkt es mich, nun vorauszurechnen, wie ich leben müsste, dass
 
 sich so etwas wie zwei ausgewogene kleine Waagschalen die Hand geben könnten: …
 
einmal lege ich ein Äpfelchen links da rein, dann ein Äpfelchen rechts rein … Beide
 
Äpfelchen wiegen etwa genau gleich, sonst kippt die Waage … Achtung!
 
Hier fehlt ein Grämmchen!
 
Dumme Windverwehungen wehten  Pfingst-Abgase nun halt durch mein
 
Schlüsselloch direkt in meine Nase herein usw. …
 
 
Dies ist die Zone des Absurden. Hier ist mit dem Willen nichts auszurichten.
 
Hier wurstle ich abgekapselt vor mich hin in der determinierten Unmachbarkeit,
 
während jenseits von mir eine Welt der Machbarkeit durch endlose Kondition
 
expandiert. (Natürlich fallen einige dabei leblos in kleine dunkle Löcher hinab)
 
 
Man stelle sich einmal vor, ein Mensch im vorindustriellen Zeitalter, ein Fabrikarbeiter,
 
eine Näherin usw. würde mit dem Begriff De/Konditionnierung konfrontiert …

 

Wie pervers.

ich glaube und glaubte, dass ich mich im Rhythmus meines Organismus bewege und
 
bewegte und zwar gänzlich SYNCHRON zur Kraft, die mir für diese Bewegungen zu
 
Verfügung standen/stehen!!!!!! Ja, ich mute mir diesen Glauben zu!
 
 
Leider  werde ich auch nach 23 Jahren Haushaltung mit Myalgic E. von Hausärzten für
 
nicht mündig gehalten. Folgen dieses immer wieder aufreissenden Doppeltraumas
 
sind:
 
Ich möchte für die leidlichen Routinechecks einen Hausarzt finden, der so pragmatisch
 
ist, wie  eine Maschine! Diese Maschine hat oben drin einen Schlitz, in den ich dann nur
 
ein paar Münzen einwerfen kann, damit die Maschiene ein paar Laborchecks
 
ausgespickt und vorallem soviel Zolpidem wie ich zu meinem Vegetieren jenseits der
 
Kondition (das bedeutet: 23h Symptombedingte Bettausharrung)
 
 benötige.
 
 
So gesehen erwarte ich kaum mehr von einem zukünftigen Hausarzt, als von einem
 
Batzoka-Automaten … ich habe gar nicht erst den Anspruch auf einen hochentwickelten
 
Roboter …
 
 
 
EIN SOLCHER HAUSARZT-APPARAT – EIN BISSCHEN RUNTERGEKOMMEN IST DIESER WUNSCH SCHON – WÜRDE VON MIR ALS OCCASION-TEIL AUSGESCHRIEBEN, SOBALD ER MIT DEM BEGRIFF GANZHEITSMEDIZIN KÄME,
 
gerade eben wie neulich die Dame, die meinte, SIE WOLLE EHRLICH SEIN: CFS ÜBERSTRAPAZIERE IHRE KAPAZITÄTEN, SIE HABE SCHON EINE ME-PATIENTIN IN IHRER PRAXIS
 
UND BEI DER BLEIBE DER ZUSTAND IMMER GLEICH SCHLECHT, SIE WOLLE EHRLICH SEIN ….
 
… Nein, meine NIEREN CHECKEN KÖNNE SIE NICHT (antiretrovirale Therapie), sie
 
habe da einen ganz anderen Ansatz.
 
Und was für einen? fragte ich. Ich will gar nicht erst darauf eingehen, dass ich fast vom
 
Stuhl kippte und kaum mehr etwas realisieren konnte, weil ich alle Kraft dafür benötige
 
bei den geschätzten 29 Grad die Aufrechte eine Minute länger zu bewältigen ….
 
(sind das etwa die überlaufenden Fässer???????!!!!!!!)
 
KÖRPER UND SEELE, GANZHEITSMEDIZIN. sagte sie lapidar.
 
Und was bedeutet das?
 
Kann es etwas beinhalten, das ich im realen Leben nicht finde? Im Austausch mit der Welt?
 
Oder sind es chemische Nährstoffzusätze, die unseren Boden fehlen? (die ich lustlos
 
bejahe und wohl zirka 7000 Fr. dafür ausgegeben habe bisher)
 
blaba. Man kann es aus billiger haben.
 
 
 
 
Mein Bewusstsein und mein Denken sind nicht Teil von meinem Organismus.
 
(12.6.19)

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *