hinter dem Vorhang

passiert etwas.  Ich weiss nicht, was es ist, aber es ist nichts Gutes.

Es kommt immer näher. Wird es mich etwa bedrohen?!

Ich glaube nicht, dass ich es jemals sehe. Denn es ist dort draussen,

wo es passiert. Und ich bin hier drinnen. Und sonst?

 

Um mir die Zeit zu vertreiben, zähle ich ein wenig die Laschen.

Zehn sind es von links und zehn von rechts. Aber immer wieder fallen mir

die Augen zu. Ich will nicht, dass mir die Augen zufallen!

Ich habe dann das Gefühl, ich versinke im Chaos, während sich der

Vorhang über mir schliesst.

 

Ich glaube nicht, dass ich es jemals greife. Denn es ist in mir drinnen,

wo es passiert. Und sonst? Ich zähle ein wenig die Laschen. Zehn von links.

 

Da erscheint ein Gesicht im Glasspalt zwischen den Laschen.

Vor Schreck fahre ich auf und öffne das Fenster.

 

Kann es sein, dass da etwas neben mir liegt? (Etwas Untotes, vom Kampf Gekrümmtes?

Etwas Kleines? Etwas Grosses? Ich kann es nicht sehen. Wage nicht, zu greifen.)

Vor Angst krampft mein Herz.

 


Wenn du müde bist, höre ich mich zitternd sagen, so schliess ruhig die Augen.

Du musst nicht Angst haben, dass etwas passiert.

Was kann schon passieren? Nichts! Dass der Vorhang aufbricht? Pah! Nichts!

Und du bist verloren? Und wenn schon?! Pah!

 

Ich weiss nicht, was es ist, aber es ist etwas Gutes. Es kommt immer näher.

Es kann uns vielleicht beschützen. Vielleicht sind es wir!

(17.8.21)

 

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