Diary_3004_#pwME_fash-ion und ich wollte was verdienen, Geld meine ich nicht

Immer wenn ich meine sichtbaren Halsketten nicht tragen kann oder meine Statement-Ohrringe, weiss ich, dass ich muskulär resp insgesamt wieder abgestürzt bin.
Die Haarmaske ist ein aufregender Anblick, denn ihre Anwendung verkörpert eine feierliche Ausnahme. (So viel muskuläre Kraft, dass nicht nur hastiges Haarewaschen drin liegt, sondern auch noch eine Maske).
Wenn der ganze Oberkörper zu Brei geschlagen ist, verliere ich die Augen für die Haarmaske, die da steht. Ich verliere die leichtgrämmigen Ketten u Creolen aus den Augen. Für Wochen od länger. Diese Muskelschwäche zieht alsbald Gastroparesenähnliche Probleme, Schluckstörungen, Übelkeit und Arrhythmien nach sich. Nichts mehr wird zusammengehalten und doch ist die Peristaltik im Solarplexusbereich komplett spastisch, versteift. Die Seiten des Halses Brennen, als ob feurige Hände sich drum legten. Hitze schwappt in den Kopf, die Gefässe versagen ebenfalls ihren Dienst von Zusammenzug und Ausdehnung. Das Schlüsselbein wird hinabgerissen mit Ziegeln, die ich schlucken muss an berstenden Sehnen.
Man könnte natürlich mal wieder weinen, weil der Schmerz der Schwäche ein verteufelter Schmerz ist. Schwer bis nicht zu beschreiben, ausser mit dem Gefühl dauerhafter Blutabzapfe. Nervosität, die leise Fleischstücke raus beisst aus dem schwächsten Gewebe. Reissen, immer Reissen. Zergehen, Zerfallen.
Der Alltag ist klein, bieder, fad u dreht sich im Kreis. Und die kleinen dummen Waren gehen mit Bedeutungen schwanger. Natürlich hab ich auch filigranen, ganz leichten Schmuck. Aber ich bin jetzt dick, und daher bräuchte ich dicken Schmuck.
Erde wollt ich umgraben, mit nackten Armen.
Dass ein dicker Mensch keine Kraft hat, finde ich komisch. Immerhin kann er Energie in Form von Fett einlagern. Also, warum kann er umgekehrt, diese Energie nicht wieder los werden in einer Bewegung? Arbeiten wollte ich. Wie Ludwig Hohl, Klimmzüge der Disziplin, um Exzesse, wie Schreiben oder Küssen, feiner zu geniessen.
Oke, ich wollte was verdienen, richtig verdienen. Geld meine ich nicht.
(5.8.21)
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