Aus meiner „Quarantäne“ (es wird keine Entwürfe geben oder aber es werden nur Entwürfe sein)

Aus meiner „Quarantäne“:
Ghost City, Mai 2021
„…. Über den Gehsteig vor meiner kleinen Terrasse sausen allerhand Scooter und Rollstühle. Masken, in schwimmenden Schiffen, die an mir im Liegestuhl vorbeiziehen und über zwei automatisierte Schiebetüren im betonschwarzen Innern des Hauses verschwinden respektive weiter schwimmen. Diese Lautlosigkeit, mit der sich ein solches Mobilfahrzeug auf den langen Bahnen in der Halle ankündet. Ahoi! Sage ich zum Heck des Beifahrers, denn ich denke, ich grüsse, wir haben doch alle eines gemein (wir Körperbehinderten!): wir sind gemeldet bei den Ämtern. Die Ämter vergessen zuletzt, zumindest, wenn es hart auf hart kommt. Dann bricht die wahre Treue der Ämter hindurch, an deren Treue der Treuebruch der individuellen Sympathisanten hundertmal bricht. Vielleicht gibt es einige, die aus freier Wahl, aus Sympathie ein Stück von der Lebendigkeit eines Andern abkriegen wollen, während man sein Bild unter sie verstreut, ein bisschen wie Frau Holle. Eine gewisse Zeitlang. Aber das ist nichts! Wenn jemand wissen will, ob es einen Verschollenen noch gibt, dann kann er beim Einwohneramt fragen. „
Tags: No tags

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *