3004_Diary zu meinen Prosatexten

Ich habe entdeckt, dass ich in den Prosatexten in der Regel brav und konventionell schreibe,  dass ich dort einen ganz anderen Ton habe als in meinem Glaubenssatz. Es könnte sich um Texte von zwei verschiedenen Persönlichkeiten handeln. Genaugenommen ist es so, dass ich im Glaubenssatz GEGEN etwas anschreibe und mich irgendwie versuche, zu verwirklichen, während ich in den längeren Prosatexten lediglich Erinnerungen festhalte, die mich rückwirkend anheimeln. Ja, wieso nicht? Ich bin aufgebahrt in der gestundeten Zeit! Viel Lebenserfahrungen, Ereignisse und Erinnerungen gibt es also nicht, die ich ein zweitesmal in Literatur erleben darf……. ich wünschte nur, ich hätte mehr Onkel und Tanten und Geschwister erlebt, um mehr Geschichten zu haben…. ich wünschte nur, ich könnte die Geschichten anderer schreiben.

Zurzeit geht’s mir dreckig, wie nie. Dachte gestern, ich kratze vielleicht ab. Steinharter Magen, Solarplexus einerseits ein Brett andrerseits schlaffe Paresen, Muskeln out of order….. Atmen geht schlecht in diesen Bretterverschlag hinein, schlucken geht schlecht, ein Glas heben geht schlecht, es fliesst auch nicht ein gnadenvolles Mini-Strömchen Kraft in meine Arme, meinen Brustkorb zurück…. Blut und Sauerstoff erreicht meine Organe wohl nur erschwert, daneben haut es mir Arrhythmien rein. Blutzucker spinnt, BD spinnt, small fibre Neuropathie voll ausgeprägt. Warum also nicht an Komplikationen draufgehen? Natürlich hasse ich das. Ich will unbedingt einen kontrollierten, begleiteten Tod.

Aber oke, wie gesagt: im Prinzip wäre ich auch eher für das Leben. Schon nur der vielen Kleider, Ohrringe, Makeup und Geschenkli wegen, die ich noch bestellte. Aber eben: man kann ja nicht wünschen.

(23.11.21)

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