grauzehndi

2026_Auf der Suche nach dem Trip Inn (eine Version)

Hohläugiges, heiliges Goldbarren-Face,
Stafette ausgenippter Mokkatässchen,
mit Kristbaumraketen gestopfte Marmorfluren, Beichtlossohlen zum Bancomat-Altar, hinbefohlen,

sitze ich und wärme mein altes Ärschlein am Ufer der geheizten Fellsessel.

Schnell ins Landesmuseum mit den dumben
Bildungshorden, übersatt, Jungs
Seelenlandschaften zwischen Tee und
Gebäck, oh, ich platze! Die ungeheure
menschliche Psyche in leuchtende Mantren entbunden, und nebenan, russgeschwärzt, die Not der Kaminfegerkinder,

nebenan—
   
sitze ich und sause durch den Kaminschlot (der Geschichte) mit den Kaminfegerkindern!?
    

Langsames Hinausstottern die Betonflure
mit dem Tram, betäubte Pendler aus
vorletzten Höhlenterminen schielen, Kraftschreie eines Babies in krächzender Kurve, beim Helvetiaplatz steig ich aus mit dem Hipster, in zerrissenen Turnschuhen. Beim Helvetiaplatz steige ich aus mit dem Hipster,

und beisse in ein zwölffränkiges Urdinkelbrot,

sitze ich und zerbeisse die Zeit auf unbezahlbarem Hosenboden.

(hier gibt es mehrere Möglichkeiten)


Nutten unter Vordächern geplünderter
Schaufenster mit ernsten Augen patrouillieren (ich will mit ihnen reden!), auf Trottinetten Junkies die Mülleimer erjagen, Kippen flammenstarr, an ein Headset geschmiegt Zwei, die sich küssen, vor dem staubigen
Kofferladen,

ZWEI an an EIN Headset geschmiegt,

die sich küssen,

—–

sitze ich und erwärme mein altes
Ärschlein am Ufer der geheizten Fellsessel.

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